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Bad Ems 2016

Bad Ems - der Börsenklassiker 
Ein Portrait der 38. Bad Emser Mineralientage

von Dr. Michael Au, Bad Nauheim

Bad Ems - mit dem Namen des berühmten Kurortes an der Lahn sind Geschichte und Geschichten verbunden. Insbesondere im 19. Jahrhundert war das „Weltbad“ Ems Treffpunkt einer illustren Gesellschaftsmelange aus Hochadel, Industriellen, Bankiers und Künstlern. So suchten neben dem deutschen Kaiser Wilhelm I. und den russischen Zaren Nikolaus I. und Alexander II. auch Richard Wagner und Fjodor Dostojewski Erholung und Inspiration in Bad Ems. 

Und die Stadt ist zu Recht stolz darauf, dass Jacques Offenbach mehrere seiner Werke, wie „Les Bavards“ oder „Coscoletto“ in dem wunderschönen Marmorsaal des Emser Kurhauses uraufführte. Schon wenige Jahre nach diesen Uraufführungen sollte Bad Ems für kurze Zeit sogar im Mittelpunkt der europäischen Politik stehen. Die „Emser Depesche“ markierte einen Einschnitt in der europäischen Staatenwelt. Durch eine gezielte Indiskretion wurde die öffentliche Meinung so angestachelt, dass sich die Staaten in der Mitte Europas innerhalb weniger Tage im Kriegszustand befanden. Besucher der Kurstadt können noch heute den Ort an der Kurpromenade betrachten, an dem der französische Gesandte Benedetti dem preußischen König Wilhelm I. die Protestnote der französischen Regierung am 13. Juli 1870 übergab.

Emser Tönnchen
Heute steht Bad Ems sicherlich nicht mehr im Mittelpunkt der europäischen Politik, für die Gemeinschaft der Mineraliensammler besitzt der Ort aber weiterhin einen besonderen Klang. Hierfür ist nicht die „Emser Depesche“, sondern das „Emser Tönnchen“ verantwortlich. Der in Bad Ems und seiner Umgebung seit der römischen Epoche dokumentierte Erzbergbau hat insbesondere seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Reihe sehr schöner Mineralienfunde eröffnet. Dabei kommt den Funden sehr schön auskristallisierter Pyro-morphitstufen eine besondere Bedeutung zu. Die Pyromorphite aus den Emser Gruben sind in ihrer Qualität, Ästhetik und Vielfalt nur noch vergleichbar mit den Funden aus Les Farges/Ussel im französichen Zentralmassiv, der Bunker Hill Mine in Idaho (USA) und Daoping, Guangxi, China. Auch wenn der Bergbau in Bad Ems und den umliegenden Gemeinden bereits vor vielen Jahrzehnten eingestellt wurde und Zeitzeugen dieser wichtigen Periode im Stadtbild sich nur noch dem aufmerksamen Beobachter offenbaren, so wird die große mineralogische Tradition der Stadt durch die in jedem Frühjahr stattfinden Bad Emser Mineralientage wach gehalten. Auch in diesem Jahr fand diese Veranstaltung wieder im historischen Kurhaus an der Lahnpromenade statt. In dem besonderen Ambiente des Kurtheaters und des Marmorsaales präsentierten am 3. Aprilwochenende mehr als 50 deutsche und internationale Aussteller ihre Schätze einem interessierten Publikum. Am Stand von Magma Minerals aus Kronsberg in den Niederlanden konnte eine Vielzahl ansprechender Stufen von der Elmwood Mine in Tennessee/USA bewundert werden. Ein besonderes Highlight war aber zweifellos eine 20 x 30 cm große Calcitstufe mit mehr als 10 cm großen, skalenoedrischen Kristallen in einem opaken Weiß, die mit bunt angelaufenen Chalkopyritkristallen besetzt waren.
Mineralien einer weiteren weltbekannten Fundstelle präsentierte Armin Schöler aus Seßlach. Er zeigte Stücke aus Namibia, insbesondere von der Tsumeb Mine, die aus einer alten Sammlung stammten. Neben einer Reihe von Smithsoniten, Dioptasen und Hydrocerrussiten fiel insbesondere eine Tennantitstufe mit sehr gut ausgebildeten und unbeschädigten Kristallen bis zu einer Größe von 2 cm auf. Interessant waren auch schön ausgebildete Stufen von Leadhillit und Mottramit, Minerale, die für die Tsumeb Mine charakteristisch sind, inzwischen aber auf dem Mineralienmarkt gar nicht mehr so häufig angeboten werden. Direkt am Nachbarstand von Marcus Grossmann aus Valley wurden schöne alte Stücke aus dem Siegerland gezeigt, die sonst leider nur noch selten auf den Mineralienbörsen zu sehen sind. Gleich mehrere sehr schön aufgebaute Chalkopyritstufen mit scharf gezeichneten und goldgelb glänzenden Kristallen von der Grube Füsseberg und die klassischen Quarzkristalle mit Dolomit von der Grube Eupel ließen Erinnerungen aufkommen an die Zeiten, als Mineralstufen aus dem Siegerländer Erzbergbau viel präsenter auf Ausstellungen und Börsen waren als heute. Unter den Stücken von Marcus Großmann fand sich auch eine kleine Rarität, die sicherlich nicht nur die Siegerland-Sammler ansprach: eine Stufe mit nadelig ausgebildeten und glänzenden Malachitkristallen, aufgewachsen auf einer Braunsteinmatrix, von der Grube „Burg“, Neunkirchen, eine Fundstelle, von der sicherlich nicht häufig derart schöne Stücke angeboten werden. Bei ReneW MineralS aus den Niederlanden wurden sowohl Mineral-stufen aus Südamerika als auch deutsche Klassiker angeboten. So wurde eine schön aufgebaute Kassiteritstufe auf Arsenopyrit von der Viloco-Mine, aus Bolivien ausgestellt. Daneben fanden sich mehrere kleine Manganitstufen aus Ilfeld im Harz mit hochglänzenden Kristallen und Proustit auf Arsen aus Niederschlema im Erzgebirge.

Siegerländer Spezialitäten und mehr ... 
Eine bemerkenswerte Auswahl an Klassikern aus deutschen Fundorten fand sich auch bei „Kristalle unterm Krönchen“ von Dorothea Herrmann und Norbert Stötzel. Als ausgewiesene Experten von Stufen aus dem Siegerland zeigten sie in diesem Jahr neben schönen Chalkopyriten von der Grube Füsseberg. Weiterhin präsentierten sie aber auch interessante Stücke von den Emser Gruben. So konnte eine Zusammenstellung von Pyromorphiten bewundert werden, gewissermaßen als Referenz an den Veranstaltungsort. Zudem waren Stücke ausgestellt, die heute nur noch selten angeboten werden, so beispielsweise gediegen Eisen vom Bühl bei Kassel oder rosa Apophyllit von St. Andreasberg. Beim Rundgang durch die beiden Ausstellungsräume fiel dem aufmerksamen Betrachter die ungewöhnlich gute Auswahl alpiner Stücke auf. Die Mineralientage in Bad Ems werden bei den Sammlern gern mit einem besonderen Angebot an Mineralien aus klassischen deutschen Fundorten assoziiert, nicht aber mit Kristallstufen aus den Alpen. In diesem Jahr war ein breites Angebot an Stücken aus den Schweizer Alpen zu bewundern. So zeigte Rolf Heeren aus Sinzig eine schöne Kollektion aus tief dunkelbraun gefärbten Rauchquarzen aus dem Gebiet um Göschenen. Bei den angebotenen Stücken handelte es sich um Matrixstufen mit sehr schön aufgebauten und völlig unbeschädigten Kristallen, die sicherlich alle Liebhaber alpiner Mineralien ansprachen. Auch am Stand von Jürgen Margraf, Mittenwald, konnten ausgezeichnete Stufen aus der Schweiz betrachtet werden. Es waren mehrere leicht rauchig getönte Gwindel ausgestellt, die alle von erlesener Qualität waren.


Hermann Haslacher aus Wolfsberg im Lavanttal/Kärnten mit zwei Rauchquarzen aus Kärnten. Foto W. Sand.

Dies insgesamt interessante Angebot alpiner Quarze kann durchaus als eine Referenz an die diesjährige Sonderausstellung der Bad Emser Mineralientage verstanden werden. Standen doch diesmal die außergewöhnlichen Funde der Sammlergruppe aus Wolfsberg in Kärnten im Mittelpunkt der Ausstellung. In sechs großen Schauvitrinen wurden museumsreife Stufen von der Saualpe, aus dem Maltatal, der Koralpe und der Südseite der Hohen Tauern präsentiert. Es ist im Rahmen dieses Berichtes leider nicht möglich, jedes einzelne Stück dieser hervorragenden Präsentation vorzustellen. Stellvertretend sollen deshalb die wunderschönen Axinitkristalle aus der Vitrine von Florian Schwarzowska genannt werden. Diese wirklich „messerscharf“ auskristallisierten, tief dunkelbraun gefärbten Axinite in einer Größe bis sieben Zentimeter stammten aus dem Mischlingsgraben auf der Koralpe. Sie waren im vergangenen Jahr bereits Gegenstand eines ausführlichen Berichtes der MINERALIEN-Welt (Heft 4, 26. Jahrg, S. 18 ff (2015)) gewesen, sodass es besonders interessant war, diese herausragenden Stufen in natürlicher Größe bewundern zu können.

Schätze des Polarurals
Ebenfalls bemerkenswert waren die schön violett gefärbten Amethyste vom Wurtenkees aus den Hohen Tauern, die Hermann Haslacher in seiner Vitrine präsentierte. Die Stücke fielen durch ihre schöne Ausbildung und tiefe Färbung, die bei alpinen Amethysten ja eher selten ist, auf. Schließlich sollen noch die ausgezeichneten Rauchquarze genannt werden, die Walter Sand im Freßgraben auf der Koralpe gefunden hatte. Seine Präsentation war von einem zusätzlichen Reiz dadurch, dass er zugleich auch in der benachbarten Schauvitrine seine außergewöhnlichen Funde von Quarzkristallen, Rauchquarz-gwindel und Titaniten von Puiva im Polarural zeigte, über die er in der MINERALIEN-Welt vor kurzem berichtet hatte (Heft 2, 27. Jahrg. , S. 46 ff (2016)). Walter Sand war auch im Rahmen der 38. Mineralientage in Bad Ems anwesend und stand dem interessierten Publikum für Fragen zu den Funden in Kärnten, aber auch seinen Abenteuern im Polarural zur Verfügung.

Die 38. Bad Emser Mineralientage waren für alle Beteiligten wieder ein großes Erlebnis, ein vielfältiges Angebot schöner Sammlerstufen konkurrierte um das Interesse der Besucher mit einer außergewöhnlichen Sonderausstellung. Mit Spannung können deshalb schon jetzt der 29. und 30. April 2017 erwartet werden: dann werden die 39. Mineralientage in Bad Ems wieder in ihrem einmaligen Ambiente stattfinden. Dr. Michael Au, Bad Nauheim


Walter Sand zeigte in Bad Ems zahlreiche schöne Rauchquarze und Gwindel aus dem Polarural, Russland.

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Ste.-Marie-aux-Mines 2015

Der richtige Sommer beginnt erst mit Ste.-Marie-aux-Mines ...

Vom 25. bis 28. Juni (25.-26. Juni nur Fachbesucher) wird Ste.-Marie-aux-Mines im Elsass zum 52. Mal zum Mekka für alle Freiluft-Mineralien-Fossilien-Edelstein-Pilger. Fast 1.000 Aussteller aus der ganzen Welt haben sich angekündigt, um den 40.000 erwarteten Gästen alles zum Thema Schöne Steine zu bieten.

Insbesondere die vielen Händler aus Marokko dürften es nicht leicht haben, bei der riesigen Konkurrenz aus dem eigenen Land noch genügend Umsatz zu machen. Aber - wir werden sehen, dass sie alle wieder versammelt sind und auf das große Glück hoffen. 
Was wird es an mineralogischen Neuigkeiten geben? Sicher sind es wieder die Chinesen, die für Überraschungen sorgen. Einige Händler (z.B. Jordi Fabre) werden Material aus diversen Sammlungsaufkäufen anbieten - schauen wir mal, was da so dabei sein wird. Das Messe-Team rund um Bürgermeister Claude Abel hat sich für dieses Mal ganz besonders viele Attraktionen einfallen lassen. So steht das diesjährige Thema der Sonderschau unter dem Motto „Die Mineralien der Alpen“. Präsentiert wird sie vom französischen Sammler Alain Martaud, der schon bei der letztjähringen Sonderschau „Kupfer“ maßgeblich beteiligt war. In einer weiteren Ausstellung („Lapis Philosophorum“ - der Stein der Weisen) im neuen CIAP-Gebäude wird das Wirken des russischen Gemmologen Victor Tuzlukov vorgestellt - er ist einer der Steinschneider, der durch neue Schlifftechniken und -designs auf sich merksam machte. Lassen wir uns überraschen, welche kostbaren Schätze er uns zeigen wird.


Im CIAP-Gebäude sind mehrere Ausstellungen und Sonderschauen zu sehen. Foto R. Bode.

Bernsteinfreunde werden die Exponate begeistern, die das Bernsteinmuseum aus Kaliningrad in einer Sonderschau im Parc Jules Simon zeigen wird. Zudem werden russische Bernsteinschnitzer vor Ort sein. Im Schwimmbad, direkt neben dem Theater, wird eine kleine Ausstellung über das Mineral Staurolith zu sehen sein. Das Künstlerpaar Jörg Thomas und Andrée Roth zeigen im 1. Stock des CIAP-Gebäudes ihre Acryl-Malereien von schönen Mineralien-Stufen.


Der Bode-Verlag ist auch wieder mit seinem Buchsortiment in SMAM vertreten - gleicher Platz wie immer im Val Expo, in der Nähe der Sonderschau ALPEN - Stand VE2-100.


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Börsen in China:

Abenteuerlich: Chenzhou-Börse 2015 mit über 100.000 „Besuchern“ ...

Angepriesen als die größte Mineralienmesse in Asien, hat die „Chenzhou Gem & Mineral Show“ vom 21.-25. Mai besuchermäßig sämtliche Erwartungen sowie alle menschliche Vorstellungskraft übertroffen. Erst relativ kurzfristig wurde die Messe ja von Changsha zum neuen Messestandort Chenzhou auf recht kuriose Art „verlegt“ (wir berichteten). Dennoch: 100.000 Besucher und mehr haben am besagten Wochenende die Ausstellung besucht - eindeutig Weltrekord für eine Mineralienbörse!

In Massen wurden sie aus der Stadtmitte ins außerhalb gelegene Messezentrum herangekarrt, denn es lockte freier Eintritt. Mit welchen uns nicht bekannten Mitteln weiterhin gearbeitet wurde, um solche Besucherrekorde zu erzielen, ist uns nicht bekannt. Man munkelte sogar, dass extra eine Art „Zwangsfeiertag“ eingeführt wurde, um möglichst viele Besucher anzulocken oder gar zur Messe hinzutreiben.
Mit Mineralien hatten diese aber leider nicht viel am Hut - vor Preisen von 30 $ schreckten sie laut eines Händlers bereits zurück. Nachdem am Donnerstag noch einige ernsthafte Geschäfte zu machen waren, galt am Freitag ab Mittags an einigen Ständen: wegen Überfüllung geschlossen!
„Collector's Edge“ aus Golden, Colorado, berichtete von bis zu 100 Besuchern beziehungsweise Schaulustigen gleichzeitig an ihrem Stand. Statt Mineralien zu kaufen, wollten diese vor allem eines: Fotos mit Westlern, die anscheinend sonst in der Gegend gar nicht erst auftauchen.
Dem Chaos wurde aber bald der Garaus gemacht und „Collector's Edge“ mussten ihren Stand am Samstag aus Sicherheitsgründen fürs Laufvolk dicht machen. Ein anderer US-Händler war seit Freitag gar nicht mehr zu sehen. Ähnlich ging es auch anderen internationalen Händlern. Ernsthafte Kunden schafften es dadurch gar nicht erst auf die Messe und riefen nach stundenlanger Warterei vor den Hallen enttäuscht bei ihren Händlern an, um ihre Heimfahrt anzukündigen. Verkaufstechnisch war Chenzhou 2015 gelinde ausgedrückt ein Desaster, ähnlich dem von Changsha in 2013. Vom rein organisatorischen Aspekt soll es aber etwas routinierter zugegangen sein als seinerzeit in Changsha; auch in punkto Logistik war das Chenzhou-Team wesentlich besser aufgestellt. Und: Eine schöne und sehenswerte Sonderausstellung, frei nach dem Motto „Zeigt her, was ihr habt“, wurde organisiert. 2016 wird dann wieder Changsha zum Austragungsort, wie diversen Ankündigungen auf Postern, Rollups und im Internet zu entnehmen war.Das große Fragezeichen, wie es in China aber zukünftig weitergehen wird, bleibt. Kristina Bode



Alle Fotos Jörg Sahlmann,

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Börse Changsha 2015 - Abgesagt


Internet-Auftritt aus alten Tagen ... - die Changsha Show 2015 ist mittlerweile abgesagt, nun soll Changshu kommen

Die Changsha-Frage ist geklärt - was passiert im Mai 2015?

13.3.2015. Die Hoffnung im asiatischen Raum, die durch die Changsha-Show in den beiden letzten Jahren für Händler und Sammler gleichermaßen erzeugt wurde, ist jetzt wie eine Luftblase zerplatzt. Kurz, nachdem unser Artikel Ende Februar 2015 in der MINERALIEN-Welt in Heft 2/15 erschienen war, wurde von der Changsha-Organisation das Aus bekannt gegeben. Was war passiert?
In den letzten beiden Jahren machte eine Mineralienmesse von sich reden, die sich als größte Veranstaltung ihrer Art in Asien bezeichnet: die Changsha-Show in der Provinz Hunan. Während die erste Börse katastrophal organisiert war und bei den beteiligten Ausstellern aus dem westlichen Ausland für ein (finanzielles) Desaster sorgte, lernte man 2014 aus den Fehlern; allerdings hatten auch dieses Mal etliche Aussteller nach Messeende ihre Waren immer noch nicht durch den Zoll bringen können und standen somit in leeren Ständen - keine gute Voraussetzung, um erneut nach Changsha als (westlicher) Aussteller anzureisen, obwohl von einigen Beteiligten sehr gute Umsätze vermeldet wurden (siehe dazu auch unseren Börsenreport in MW 4/2014).
Bei diversen Streifzügen durch die verschiedenen Hotel- und Zelt-Messen während der Tucson-Show stießen wir immer wieder auf ein Plakat, das unsere Aufmerksamkeit weckte. Oben links in der Ecke stand das inzwischen bekannte CMGS-Logo (Changsha Mineral and Gem Show) zusammen mit der Ziffer 3. Das ist ja auch logisch, denn in diesem Jahr soll ja zum 3. Mal die besagte chinesische Großmesse stattfinden.
Doch schenkt man dem Plakat einen zweiten, genaueren Blick, wird man stutzig. Denn plötzlich ist dort nicht mehr die Rede von Changsha, sondern von Chenzhou. Was ist hier los? Unsere Recherchen ergaben zunächst folgendes: Beide Orte liegen in der Provinz Hunan, beide Messen sollten nach Angaben der jeweiligen Veranstalter an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden im Mai 2015 stattfinden: Changsha vom 15.-19. Mai und Chenzhou vom 21.-25. Mai. Wie realistisch soll das aber sein? Das bekannte Changsha-Team war jedenfalls wieder in Tucson auf Werbetour unterwegs, was lag also näher, als direkt bei deren Verantwortlichen nachzufragen. Unter freundlichem Kichern ließ man uns wissen, dass es sich bei der auf den Plakaten angekündigten „Zwillingsveranstaltung“ CMGS Chenzhou um eine Idee der Regierung handle, Changsha aber natürlich ganz normal stattfinden würde, und die Regierung schlichtweg einfach das Logo (und auch gleich die Webseite mit) kopiert habe. Praktisch ist dabei, das beide Orte mit „C“ beginnen, dachten sich wahrscheinlich diese, und warum sich nicht einfach mal selber kopieren, statt wie sonst den Rest der Welt …
Im Laufe der Woche kamen uns von diversen Quellen andere, recht unterschiedliche Aussagen zum Sachverhalt zu Ohren. Um noch mehr Klarheit zu bekommen, fragten wir bei einem renommierten Händler aus Colorado nach, der seine Informationen direkt aus China bezieht. Es scheint, so seine Einschätzung, als habe es sich ein Offizieller der Changsha-Börse mit wichtigen Persönlichkeiten aus dem Machtapperat der Hunan-Provinz verscherzt. Als Sanktion sei dieser entlassen und nur wenige Monate vor dem offiziellen Veranstaltungsdatum eine völlig neue Messe ins Leben gerufen worden. Mit einem ganz neuen, anscheinend recht unerfahrenen Organisationsteam. Auch ein in Deutschland lange ansässiger chinesischer Mineralienhändler und Buchautor soll in diesem Team involviert sein.
Ein paar Details zum neuen Veranstaltungsort Chenzhou: wie auf dem Plakat angedeutet, soll hier zum dritten Mal eine Mineralienmesse stattfinden. Angeblich stimmt das auch so, allerdings fanden die zwei Vorgänger-Messen viele Jahre vorher und nicht direkt aufeinanderfolgend statt. Die Stadt selbst verfügt über ein gigantisches neues Messegelände, auf dem Plakat ist dieses abgebildet. Inwieweit hier die Proportionen und der Bezug zur Realität passen, sei dahingestellt. Laut der Aussage unseres Informanten ist die Infrastruktur dieser Stadt für ein Großevent dieser Art nicht annähernd ausreichend. Es gäbe nur ganz wenige dem westlichen Standard entsprechende Hotels, und der nächstgelegene Flughafen liegt rund drei Fahrtstunden entfernt in - wo sollte es auch anders sein: Changsha.
Bis zum 1. April 2015 will unser Informant noch warten und sich dann nach Sachlage entscheiden, ob überhaupt und wohin der Weg diesmal in die Provinz Hunan führen wird. Wer das Spektakel live verfolgen möchte, findet Informationen auf den beiden Internetseiten www.changsha-show.com und www.hunan-show.com. Auf letzterer kann man auch lesen, dass es sich bei der Chenzhou-Show um die einzige staatlich zugelassene Mineralienbörse der Provinz Hunan handelt, ihr Stattfinden bereits bestätigt sei und dass in den Folgejahren die Messe im Wechsel der beiden Städte stattfinden werde. Noch mehr Verwirrung ist kaum möglich. Auch wir schauen gespannt nach Fernost und fragen uns, wohin die Reise im Mai gehen wird … Kristina Bode


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Börse Changsha 2014

Nachdem im letzten Jahr das Debüt der Changsha Mineral and Gem Show tüchtig in die Hose gegangen ist, haben die Veranstalter aus den vielen Fehlern gelernt und nun in der Neuauflage dafür gesorgt, dass alles reibungslos verlief. Andreas Massanek hat sich auf Einladung der Messeorganisation, wie schon im Vorjahr, auf die lange Reise in die Hauptstadt der Provinz Hunan begeben und gibt uns hier einen aktuellen Überblick über das Messegeschehen, das vom 15. bis 20. Mai stattfand. Die offiziellen Zahlen zu den Besuchern (160.000!) sowie Ausstellern (1.700) dürften allerdings „leicht“ übertrieben sein; wenn man 40.000 Besucher und etwa 900 Aussteller zugrunde legt, wird man in der Einschätzung dem tatsächlichen Ergebnis sehr nahe kommen ...


Die Changsha-Messe 2014 am Samstag, 17. Mai. Foto Peter Megaw.


Zweite Mineralien-Messe in Changsha, China: Aus Fehlern schnell gelernt

Ein Bericht von Andreas Massanek, Freiberg

Über die Größe von Changsha findet man im Internet die verschiedensten Angaben. Die Einwohnerzahl schwankt dort zwischen 2,5 und 20 Millionen. Auch die Organisatoren wussten das auf meine Anfrage nicht so genau, vermuten aber so um die 7 Millionen. Na ja, das ist auch immerhin das Doppelte von Berlin. Es ist eine der typischen chinesischen Metropolen, in der die Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden schießen. In Changsha stehen alleine auf der Ostseite des Xiang Jiang mehr als 700 Wolkenkratzer. In den nächsten zehn Jahren sollen die westlich des Flusses gelegenen Stadtteile futuristisch umgestaltet werden und weitere Hunderte von Wolkenkratzern gebaut werden. Das sind Zahlen, die man sich bei uns überhaupt nicht vorstellen kann. Auch wenn man Hochhäuser nicht mag (ich komme schließlich aus der Kleinstadt Freiberg),
ist es schon ziemlich beeindruckend zu sehen, wie sich hier alles entwickelt.

Unterstützung vom Staat
Die Changsha Mineral Show wird mit Unterstützung der Provinzregierung von Hunan und des Ministeriums für Land und Ressourcen der Volksrepublik China im „Hunan Conference and Exhibition Center“ veranstaltet. Zur Eröffnung sprachen führende einheimische Politiker, Botschafter ressourcenreicher Länder und der Chairman der IMA-Kommission der Museen, Dr. Federico Pezzotta.
Die Ausstellung findet in zwei riesigen, übereinander liegenden Hallen statt. In der ersten Ebene werden vorwiegend Mineralien, Edelsteine, Meteoriten und Fossilien angeboten. In der zweiten Ebene sind die Schmuckhändler zu finden. Laut den offiziellen Zahlen, die ich jetzt nicht weiter kommentieren möchte, gab es 1.500 Stände mit 1.700 Händlern, wovon 500 aus dem Ausland waren. Darunter befanden sich namhafte Händler aus den USA (Rob Lavinsky - The Arkenstone und Brian Lees - The Collectors Edge), Frankreich (Minerama), Italien (Marco Tironi) und Deutschland (Red Gallery - Andreas Guhr), die Stufen von Museumsqualität in wunderbar dekorierten Vitrinen ausgestellt hatten. Aber auch die Stände einiger chinesischer Händler brauchten den Vergleich mit den genannten Händlern hinsichtlich Qualität der Stufen, Art der Ausstellung und auch der Preise nicht zu scheuen (Zheng Fine Mineral, Tasstone). Die offiziell 160.000 Besucher aus mehr als 70 Ländern, von denen 7 % aus Übersee stammen sollten, sahen insgesamt ein sehr breites Spektrum, das sich im Vergleich zum letzten Jahr sehr zum Positiven verändert hat. Riesige Großstufen bis zu drei Metern Länge gab es auch noch zu sehen, sie dominierten aber nicht mehr die Gesamtzahl der Objekte. In diesem Jahr wurden auch viele Stufen in handlichen Formaten bis hin zu Kleinstufen, ja sogar Micromounts angeboten. Und das erfreuliche: es gab auch Preise im zwei- und dreistelligen Bereich. Es wurde auch lobend im offiziellen Report hervorgehoben, dass sich viele Kinder kleine Mineralstufen als Andenken bzw. als Beginn des Aufbaus einer eigenen Sammlung leisten konnten.

Neue Funde aus China
Was gab es nun zu sehen? Fangen wir in der ersten Ebene an. Aus dem Gastgeberland kamen natürlich die meisten der angebotenen Mineralien. Hervorzuheben waren hier Stufen aus der Lagerstätte Huanggang in der Inneren Mongolei. Eine ganze Reihe von Ilvait-Stufen mit bis zu 20 cm langen und hoch glänzenden Kristallen war darunter besonders bemerkenswert. In Summe war die Lagerstätte allerdings nur mit relativ wenigen Stufen vertreten. Die von dort bekannten Mineralien Andradit, Genthelvin, Prasem, Pyrrhotin, Arsenopyrit, Löllingit, Fluorit und Calcit konnte man nur vereinzelt finden, dann aber in sehr guter Qualität. In Shangbao/Hunan wurden neue Fluorite gefunden. Die teilweise intensiv violett gefärbten Kristalle zeigten die Kombination aus Würfel und Rhombendodekaeder, wobei letztere Form dominierte. Die Fluorite sitzen auf weißem Dolomit und können noch mit Quarz und Pyrit vergesellschaftet sein.
Es wurden auch wieder neue Stufen mit Chalkopyrit und Siderit aus der Kaiwu Mine in Guizhou gefunden. Auf einigen Stufen saßen sehr schöne Tetraedrite. Auch von der bekannten Fundstelle Xianghuapu kamen neue Funde. Erstmalig traten die grünen Fluorite als reine Rhombendodekaeder auf! Von Xiangfanglin stammen grüne Fluorite mit flachrhomboedrischen Calciten, die den von früher aus Xianghuapu bekannten Stufen total ähneln: Fluoritwürfel, kombiniert mit dem Rhombendodekaeder. Beide Fundstellen befinden sich im Südwesten der Provinz Hunan unweit der Bezirksstadt Chenzhou. Von der Quarz-Baryt-Fundstelle Jinkouhe in Sichuan wurden wieder neue „Fensterbaryte“ gefunden, die bis zu 15 cm groß waren. Kristallisiertes Gold aus der Kangding Mine in Sichuan war nur bei Zheng Fine Mineral zu sehen. Die Stufen waren reich besetzt und bis zu 20 cm groß. Einige Händler hatten sehr schöne Smaragdstufen von Malipo.
Der Blickfang befand sich gleich gegenüber dem Haupteingang bei The Collectors Edge, die „Empress of China“, eine phantastische Rhodochrositstufe aus der Wutong Mine in Guangxi. Es wurde gemunkelt, dass sie einen neuen Eigentümer gefunden haben soll.
Unter den vielen XXL-Großstufen dominierten die Mineralien Fluorit, Calcit und Quarz. Mich beeindruckten allerdings auch bis zu drei Meter breite Stufen mit meterlangen Gipskristallen. The Arkenstone hatte eine größere Suite feinnadeliger Krokoite aus der Adelaide Mine in Tasmanien und einen ca. 60 cm langen Spodumenkristall aus dem Mawi-Pegmatit in Afghanistan zu bieten. Der Kristall war absolut klar und durchsichtig; er zeigte Bereiche der beiden Varietäten Kunzit und Hiddenit.
Einen ganzen Tisch voll intensiv grüner Hiddenite gab es bei einem pakistanischen Händler zu bestaunen. Intensiv braune Topase, Aquamarinstufen aus dem Hunzatal und durchsichtige, orange gefärbte Mikrolithkristalle auf weißem Mikroklin vervollständigten das Angebot aus Pakistan. Vom Jebel Ouichane in Marokko waren sehr schöne hellblaue Barytstufen zu sehen. Marko Tironi brachte eine große Zahl leuchtender Schwefelstufen aus Sizilien. Stalaktitischen Malachit aus der Gegend von Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo gab es in verschiedenen Größen, die Stufen waren alle in kunstvoll geschnitzte Sockel eingelassen. Der indische Händler Pandi hatte wieder eine Vielzahl von Drusenmineralen aus dem Dekkan ausgestellt. Die größte „Stufe“ (Apophyllit mit Stilbit und Heulandit von Jalgaon) hatte ein Gewicht von fast zwei Tonnen.
Neben Mineralen gab es ein großes Angebot an Meteoriten. Hier waren vor allem russische Händler aktiv. Auch das Fossilienangebot war sehr vielfältig. Es reichte vom kompletten Sauriereiernest über Platten mit Fischen und Seelilien, Ammoniten und Trilobiten, Haifischzähnen bis hin zu ganzen Skeletten diverser Tiere. Neben den Fossilienhändlern gab es auch eine Sonderausstellung, wo ebenfalls Skelette verschiedener Saurier, Bären und Säbelzahntiger gezeigt wurden. Unter den Objekten befand sich auch das weltweit am besten erhaltene Mammutskelett aus Sibirien.


Meterlange Stufe mit blauem Hemimorphit. Foto Peter Megaw.


Vitrine mit Neufunden besonders gut auskristallisierter Fluorite mit herrlicher
grüner Farbe aus China, die von Quarz überzogen werden. Foto Peter Megaw
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Interessante Goldstufe aus der Kangding Mine in Sichuan, gesehen bei „Tasstone“. Foto Andreas Massanek.

Highlight: der „King of Mogok“
In der zweiten Etage wurden Edelsteine und Schmuck angeboten. Unter den Edelsteinen dominierten Farbsteine wie Tanzanite, Spinelle, Saphire und Rubine, aber auch Aquamarine, Smaragde und Quarzvarietäten waren reichlich vorhanden. Jade in allen Nuancen spielte die Hauptrolle im Schmuckbereich. Es waren auch viele ansprechend gestaltete Vitrinen mit hochwertigem Schmuck zu bewundern. Endlose Meter an Kettensträngen, wie wir sie von unseren großen Börsen kennen, sahen wir hier nicht. So machte es wirklich Spaß, auch durch diese Etage zu gehen. Ein besonderes Highlight war in dieser Etage die Sonderschau, die aus zwei Teilen bestand. Unter dem Motto „Special Exhibit of World well-known Mines“ wurden einige XXL-Großstufen aus Hunan gezeigt. Mineralien aus den drusenreichen Steinbrüchen und Brunnenbauprojekten des indischen Dekkanplateaus, Rhodochrosite aus der Sweet Home Mine, Edelsteinmineralien aus Pakistan und Afghanistan sowie opalisierte Fossilien aus Australien nahmen den Großteil der Ausstellung ein.
Innerhalb der Sonderschau gab es dann einen Extrabereich, in dem Edelsteine aus der Region Mogok in Myanmar gezeigt wurden. Der bekannte Händler Federico Barlocher hat aus seiner Sammlung sowohl Kristalle als auch geschliffene Steine in beachtenswerter Größe und Qualität für diese Schau zur Verfügung gestellt. Star der Schau war sicherlich der mit 1.700 Karat größte bisher in Mogok gefundene Rubin, „The King of Mogok“, der spektakulär in Szene gesetzt wurde. Aber auch „The Rose of Asia“, die größte und schönste Rubellitstufe aus Paprok in Afghanistan, die man ansonsten im Naturkundemuseum in Mailand bewundern kann, kam hier schön zur Geltung. Für Mineralogen und Sammler dürfte dieser Bereich auch deshalb interessant gewesen sein, weil die bekannten Rubine und Spinelle in der Unterzahl waren. Zirkone in den verschiedensten Farben, Skapolith, Peridot, Poudretteit, Taaffeit, Johachidolit, Diopsid, Danburit, Scheelit, Mondstein und Petalit waren hier zu bewundern. Federico Barlocher war sogar häufig in der Sonderschau anzutreffen, um Fragen der Besucher und Journalisten zu beantworten.


Federico Barlocher mit seinen Fans ... Foto Andreas Massanek.

Fazit: rundum gelungen
Die Veranstalter haben sich auch große Mühe gegeben, etwas für die Popularisierung der Geowissenschaften zu tun. In der ersten Ebene gab es einen Bereich, in dem Kinder unter Anleitung von freiwilligen Helfern Gold waschen und Fossilien ausgraben konnten. In der zweiten Etage hatten einige Organisationen aufwändige Stände aufgebaut, wo auf die Schönheit der Natur, geologische Besonderheiten, die Entwicklung des Lebens und die Verwendung von Rohstoffen aufmerksam gemacht wurde. Es gab auch einen großen Forumsbereich, in sich die Besucher Vorträge und Filme zu den genannten Themen anschauen konnten.
Gegenüber dem Vorjahr hatte sich vieles verbessert. Für jeden gab es ausreichende Möglichkeiten, sich mit Getränken und Speisen zu versorgen. Von chinesischer und italienischer Küche über Cafe’s bis hin zu McDonald‘s war hier sicher für jeden Geschmack etwas dabei. In der ersten Etage gab es auch Bankschalter und Geldautomaten, wo man problemlos Geld holen oder umtauschen konnte. Die Händler waren in diesem Jahr auch durchweg zufrieden. Die Stände waren fertig, das Material war zu Beginn der Messe da. Auch in diesem Jahr kam es vor, dass gesamte Stände ausverkauft waren. So sollte man den letzten Tag meiden, da hier schon einige Stände leer sind bzw. viele Händler mittags anfangen, zusammenzupacken. Mehr als 300 freiwillige Studenten aus den sieben Universitäten von Changsha wurden eingesetzt, um ausländischen Händlern und Gästen als Übersetzer zur Seite zu stehen oder die Aktivitäten für Kinder zu betreuen.
Parallel zu der Show fand eine mehrtägige, international besetzte Konferenz in modern ausgestatteten Räumlichkeiten statt. Zu dieser Konferenz musste man allerdings eingeladen worden sein oder sich im Vorfeld angemeldet haben. Als Messebesucher konnte man da nicht einfach mal hingehen. Aber das wird sich vielleicht auch ändern. Das Thema der Tagung stand unter dem Motto „Science popularization and internationl communication“. Für mich war der letzte Tag, als im Forum der Geo- und Naturkundemuseen über die Bedeutung museumspädagogischer Arbeiten und deren sozialen Impakt diskutiert wurde, besonders interessant. Ich durfte dort schon zum zweiten Mal einen Plenarvortrag halten und die Aktivitäten für Kinder und Jugendliche in unserer terra mineralia in Freiberg vorstellen.

Für die Zukunft gut gerüstet
Zusammenfassend kann ich sagen, dass die 2. Changsha Mineral and Gem Show für mich ein großartiges Erlebnis war. Als Besucher habe ich eine weitgehend perfekt organisierte Veranstaltung gesehen. Die Veränderungen zum Vorjahr sind alle positiv. Man kann den Organisatoren bescheinigen, dass sich die Messe auf dem guten Weg befindet, zu einer der weltweit führenden Veranstaltungen dieser Art zu werden. Wenn weiterhin die großzügige staatliche Unterstützung fließt, wird sie sehr bald sogar den Spitzenplatz einnehmen.


Ein Traum in Rot: Rhodochrosite aus der Sweet Home Mine/Colorado aus der
Sammlung Brian Lees (Collector's Edge). Foto Peter Megaw.



Daniel Trinchillo („Fine Minerals“) präsentierte an seinem Stand diese 2,5 Meter hohe
Amethyst-Stufe aus Uruguay - ein wahrlich außergewöhnliches Exponat. Foto Peter Megaw.



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Mineralienbörse Hettstedt - klein und fein für Sammler

Hettstedt, 11. August 2013. Wer sich ins Mansfelder Land aufgemacht hat wie wir, um die Mineralienbörse in Hettstedt (in der Nähe von Bernburg/Saale) zu besuchen, wurde nicht enttäuscht. Es war unser erster Börsenbesuch von MINERALIEN-Welt - und wir waren angenehm überrascht, was uns dort in dem kleinen Garten rund ums Schloß in den vielen kleinen und großen Zelten geboten wurde.

Auch wenn Schmuck usw. reichhaltig vorhanden war, auch wenn einige Aussteller sehr zum Leidweisen des Veranstalters nicht gekommen waren und auch wenn nach Aussagen von Ausstellern der Besuch nicht mehr so stark war wie in den Vorjahren ... der Börsenbesuch hat sich gelohnt!
Rund 70 Aussteller aus der ganzen Bundesrepublik sowie aus Tschechien und Polen boten einen interessanten Mix aus internationalem Angebot und regionalen Funden, vor allem aus der Harzer Region. Aufgefallen sind z.B. schöne und preiswerte Hydroboracit-Stufen (MW berichtet in der aktuellen Ausgabe 4/13 darüber), schöne, erst letzte Woche gefundene Gips-Kristalle und -Rosetten aus dem Tagebau Amsdorf bei Leipzig und zahlreiche mineralogische Seltenheiten aus dem Harz.
Hettstedt ist auch ein beliebter Treffpunkt für Sammler aus nah und fern - unglaublich, wen man da alles getroffen hat ...
Fazit: wir werden nächstes Jahr wiederkommen, es lohnt sich! rb

Man fühlt sich fast wie in Ste.-Marie-aux-Mines ... die Börse in Hettstedt findet überwiegend in Zelten statt. Foto R. Bode.

Dr. Joachim Gröbner (links) von der TU Clausthal war einer der vielen Fachbesucher. Foto R. Bode.

Am Stand von Andreas Ebling konnte man u.a. schöne Hydroboracit-Stufen vom Kohnstein-Bruch bei Niedersachswerfen erwerben. Foto R. Bode.

Im Schlossgarten sind zahlreiche historische Maschinen vom ehemaligen Kupferschieferbergbau ausgestellt. Foto R. Bode.



Harzer Seltenheiten -nicht nur für Micromounter- gab es am Stand von Rolf Junker zu erwerben. Foto R. Bode

Petersberg, Mansfelder Kupferschiefer, Rottleberode ... Fundorte, von denen man in Hettstedt Stufen auf den Tischen der Aussteller zu sehen bekam. Foto R. Bode.

Calcite von Elbingerode ... Foto R. Bode.

Gerade erst vor einigen Tagen von Gerd Hohndorf/Halle gefunden: Gips in rosettenartigen Aggregaten aus dem Braunkohletagebau Amsdorf bei Leipzig. Foto R. Bode.

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Neufund Super-Calcite aus Elmwood

Hans Vorstermans (Fa. magmaminerals) mit der wohl schönsten Calcit-Stufe, die jemals
in der Elmwood-Mine (Tennessee) gefunden wurde. Foto Rainer Bode.

Salzhemmendorf, 18 6.2013. Schon jetzt können wir mit einem sensationellen Neufund aus der Elmwood Mine einen der Highlights von Ste.-Marie-aux-Mines präsentieren: im März 2013 wurde - nach Angaben von Kennern - das viertbeste Pocket aller Zeiten aufgemacht.

Elmwood in Tennessee ist ja schon seit Jahrzehnten ein klassischer Fundort für exzellent schöne Calcit-, Sphalerit und Baryt-Stufen, die durch ihre Perfektheit begehrt sind. Nachdem man die Grube - nachdem sie längere Zeit geschlossen war - 2010 wieder in Betrieb genommen hat, gelangten immer wieder Top-Funde 'an die Oberfläche'. Das Sammeln in der Grube ist eigentlich streng verboten, aber dennoch ... Der amerikanische Mineralienhändler Bryan Lees (Collector's Edge/Denver) versuchte, Mineralstufen dort systematisch abbauen zu lassen, aber das Experiment misslang. Zuviele Schwierigkeiten traten auf, sodass Bryan schließlich das Handtuch warf.
Umso erstaunlicher ist der Neufund, der im März 2013 gemacht wurde: sensationelle goldfarbene Calcit-Zwillinge bis knapp 30 cm Länge, teilweise in Paragenese mit Coelestin, Baryt, Fluorit und Galenit als Seltenheiten, aber relativ häufig mit Sphalerit. Der holländische Mineralienhändler Hans Vorstermans (www.magmaminerals.com) bietet nun Stufen aus diesem Fund erstmalig in Ste.-Marie-aux-Mines an, und wir, die MINERALIEN-Welt, werden in unserer nächsten Ausgabe 5/2013 die besten Stufen zeigen und ausführlich über den Super-Fund berichten.

Riesig: 26 cm lang ist dieser Calcit-Kristall aus dem Neufund in der Elmwood-Mine.
Begleiter sind Fluorit, Sphalerit und faseriger Coelestin. Foto R. Bode

 

Neue Stufen mit grünen Apophyllit-Kristallen in Indien gefunden

Neue Funde mit diesen schönen Apophyllit-Kristallen wurden in Momin Akhada, Rahuri/Poona, im Mai 2013 gemacht und sind nun in Ste.-Marie-aux-Mines zu sehen. Foto Sami Makki.


Salzhemmendorf, 23. Juni 2013. Riesenglück für den indischen Mineralienhändler Muhammed Makki und seinen Sohn Sami aus Poona: Im März 2013, nach der Tucson-Show, begann man mit dem Bau eines Brunnens und fand dabei im Mai 2013 erneut die attraktiven und sehr seltenen, würfelförmigen Apophyllite mit grünem Kern, die bereits 2001 und 2004 für Furore sorgten.

Dieses Mal konnten rund 200 Stufen mit sehr guten und klaren Kristallen vom Fundort Momin Akhada, Rahuri/Poona geborgen werden, die mittlerweile in Ste.-Marie-aux-Mines eingetroffen sind und nun auf ihre Käufer warten. Sami Makki hat uns freundlicherweise schon mal einige Bilder zur Verfügung gestellt, damit man einen kleinen Vorgeschmack auf die Qualität der neuen Stufen bekommt ...

Fotos Sami Makki (www.matrixindiaminerals.com)

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